Paint it Black – 1959 Porsche 356A

Hype hin, Hype her, alte Porsche Elfer bestimmen als Imageträger die Medien rauf und runter. Ne Biermarke wirbt mit Elfer und wer auch sonst so kreativ in dieser heutigen Medienlandschaft unterwegs ist, stolpert derzeit zwangsläufig über einen aus Zuffenhausen mit nem dicken sechser hinten drin. Es geht jedoch auch anders, und zwar mit diesem tutti Porsche 356A!

Auch die Urahnen des Jahrhundersportwagens sind, Koryphäen wie Rod Emory geschuldet, immer wieder in Funk und Fern zu sehen. Zeitliche Limitierung des Handwerkers und die finanzielle Anforderungen an potenzielle Kunden lässt die Traumblase auf Wellenlänge eine Singers ebenso schnell platzen wie man Hopplahopp sagen kann. Die Emory Specials sind, neben den wahnwitzigen Details die unter anderem durch enormen Aufwand und know how erreicht werden, auch besonders eines, nämlich unbezahlbar.

Aber warum muss es eigentlich immer ein 250 PS starker polo Motor mit extremen Fahrwerksanpassungen in einem alten Blechkleid sein? Bietet die Urform dieses Fahrzeugs nicht schon allein so viel Potenzial um auch als Purist was ganz besonderes zu sein? Wir denken ja, und haben vor kurzem ein eben solches Exemplar vor der Linse gehabt! Dieser Porsche 356 A aus dem Jahre 1959 ist pechschwarz, riecht wie ein Auto mit Vergasermotor eben so riecht, hat (obwohl mal in den 80ern restauriert) bereits wieder eine geile Patina und ist zudem einfach eines: Sau tief!

Etliche Kilometer durch Innenstadt und Autobahn auf diesem Hobel beweisen mal wieder eins: es gibt kein Problem wenn man sich selbst keins macht. Mit der Fahrwerkstiefe gibt’s keine kritische Situationen wenn man weiß, auf was man sich da einlässt so ca. 8-10 cm über der Grasnarbe. N Rennwagen hat man mit 80 PS im Nacken auch nicht, trotzdem atmen die Vergaser tief ein, wenn man denn die Drosselklappen auf Durchzug stellt und verbreiten einen Klang den man heute so seltenst noch in freier Wildbahn zu hören bekommt. Die Hipster Olle strahlt über beide Ohren und auch der Opa auf dem Fahrrad stört sich nur ein wenig an den ungereinigten Oktanzahlen in seiner Atemluft, sonst gibt’s nix zu meckern.

Und genau hier sind wir am Punkt X angelangt, nämlich die der Vorstellung, mit einem besonders seltenen Exemplar Autogeschichte im täglichen Bild auf unseren Straßen unterwegs zu sein. Die Aufmerksamkeit ist euch gewiss, auch ohne 250 PS und auch ohne die Form oder den Klang eines 911. Und, dass hier jemand ein wenig an der ursprünglichen Fahrwerkshöhe rumgefeilt hat, stört niemanden, denn es erscheint jedem als muss das so. Der Wagen steht einfach da wie eine eins.

Das Ding ist cool und über alle Zweifler erhaben, der Praxistest mit gefühlten 400 hohen Daumen hat es mal wieder bewiesen. Und selbst den hier vielleicht kritisch mitlesenden Freunden historischen Kulturguts sei gesagt, keine Angst, alles ohne Probleme rückrüstbar, es ist nämlich keiner dieser Emroy specials…

Mehr Informationen zu diesem Fahrzeug findet ihr auch unter www.onassisporsches.com

Story Tom Gädtke, Fotos Daniel Schaefer