The Globetrotter VW Westfalia

The Globetrotter – 1968 VW T2 Westfalia

Diesmal gibt es keinen Sportwagen, schnelles Moped oder ein sau tiefes Auto, nein diesmal ist es wohl die entschleunigste Art um den Globus zu bereisen. Nicht zu unrecht ist diese treue Seele wohl bei allen Heimatlosen und Weltenbummlern von euch ganz oben auf dem Wunschzettel …

Es ist schon kurios, vor einiger Zeit stand ich als Fußgänger an einer Ampel und beobachtete wie sich ein alter VW Bus neben einen ebenfalls älteren Porsche einordnete. Doch ich und die anderen Passanten um mich herum hatten nur Augen für den alten Bulli, selbst der Beifahrer im Porsche knipste den VW mit seinem Smartphone. Dies stimmte mich nachdenklich, doch kam ich später zur selben inneren Überzeugung wie die Passanten. Ganz klar ist der Bus schon der coolere Schlitten, obwohl beide Wagen fast den gleichen heutigen Marktwert erzielen…

Der VW Bus ist wohl eines der wenigen Autos welches zeitlos, praktisch und obendrein noch noch in der Lage ist jeder Person in seinem Umfeld ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Zweifellos verbreitet es seit Generationen schon das unabhängige und reduzierte Lebensgefühl, denn mit den sage und schreibe 47PS in diesem Gefährt ist tatsächlich der Weg das Ziel und jedes Wochenende wird garantiert zum gelungenen Road Trip, vorausgesetzt die Zahnbürste und die Ersatzschlüpfer wurden mit eingepackt.

Den VW Bulli gab es tatsächlich schon seit ender der 50er Jahre als Camper direkt bei VW zu kaufen. Die meisten Campingausbauten wurden von der bekanntesten Firma, Westfalia durchgeführt, doch selbstverständlich gab es auch einige andere Firmen, welche die Camping Innenausstattungen herstellten und anboten. Unser Fotomodell besitzt einen Westfalia-Ausbau und bot verschiedene Schränke und Staufächer, einen Kühlschrank, eine Spüle sowie Schlafplätze für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Mehr als genug für alle diejenigen, die etwas von der Welt sehen wollen und nicht den Pool im Club-Hotel…

Jeder Camper erzählt unzählige Geschichten, die er in seinem leben als fahrendes Feriendomizil erlebt hat. Unser abgebildeter Camper wurde als Neuwagen von einem Amerikaner im VW Werk in Hannover persönlich abgeholt. Direkt reiste der stolze Besitzer mit dem Wagen 6 Wochen durch Mitteleuropa, bis dieser anschließend von Stockholm in die Heimat des Besitzers nach San Francisco verschifft wurde. Dort genossen beide eine lange Freundschaft die über 80.000 Meilen und bis Anfang der zweitausender Jahre hielt, ab dort genoss der zweite Besitzer bis 2011 das unabhängige Leben mit dem Bus. Denn im Jahre 2011 fand der Bulli seinen Weg zurück nach Deutschland, wo er nun mit seiner stolzen und treuen Besitzern erneut Europa erkundet. Wohl gemerkt, nach mittlerweile 47Jahren noch immer Rost- und Unfallfrei!

Frühe VW Busse erfreuen sich heut zu Tage einer großen Beliebtheit und Nachfrage, kaum weniger als frühe deutsche Sport- und Luxuskarosserien. Lange sind die Zeiten des abreockten billig Hippiemobils vorbei, denn dank des perfekt gepflegten und gehypten Images bewegen sich die Preise dieser Busse mittlerweile in astronomischen Höhen. Somit ist es mittlerweile auch für den Autonormalverdiener kaum noch möglich einen erschwinglichen Bus zu finden. Selbst das Nachfolgermodell, der eckige VW T3 befindet sich ebenfalls auf der Preisleiter steil nach oben. Doch wer einen der letzten echten Hippie- und Surfbusse mit dem Motor im Heck sucht und ein Paar Euros auf der hohen Kante hat, sollte und kann ganz ohne schlechtes Gewissen jetzt noch auf den Zug aufspringen und sich ein gutes Exemplar rauspicken und sichern, denn die Preise werden garantiert weiter steigen! Doch ist es immer ratsam einen fachkundigen Experten mitzunehmen, sofern die eigenen Kenntnisse nicht ausreichend vorhanden sind. Denn leider sind auch unzählige verlebte, verbastelte und verschlissene Exemplare auf den Strassen unterwegs…

Story und Fotos, Daniel Schaefer